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Aktuelles

Presse

Edgar Niebergall sammelt erneut Spenden (07.09.17)

 

 

Ehepaar Steinmüller spendet 1120 Euro für Hospizarbeit

 

Für das Ehepaar Rosel und Friedel Steinmüller aus Heuchelheim gab es in diesem Jahr gleich zwei Anlässe, die Hospizarbeit in Gießen und Umgebung zu unterstützen. Rosel Steinmüller feierte ihren 70. Geburtstag. Sie verzichtete auf Geschenke; dafür kamen 620 Euro in die Spendenkasse. Außerdem jährte sich 2017 die Eheschließung zum 50. Mal. Friedel Steinmüller hatte die Idee, auch die goldene Hochzeit zum Anlass zu nehmen, der Hospizarbeit finanziell unter die Arme zu greifen. Kurzerhand erhöhte das Ehepaar den Spendentopf um 10 Euro für jedes Ehejahr. So kamen insgesamt 1120 Euro zusammen, die die Steinmüllers an den Vorsitzenden und die Koordinatorin des Hospizvereins Gießen, Erwin Kuhn und Stefanie Wolf, überreichten. Bei einem Rundgang verschaffte sich das Paar einen Einblick in den neuen Standort des Hospizvereins und das stationäre Hospiz, das Haus Samaria in Gießen (Paul-Zipp-Straße 183).

 

 

Rosel und Friedel Steinmüller sind beide in Heuchelheim geboren und aufgewachsen. Sie haben auch ihr Berufsleben ausschließlich in Heuchelheim verbracht. Friedel Steinmüller war als Schwimmmeister im örtlichen Hallenbad bis zu dessen Schließung tätig. Noch heute coacht er die »Jedermänner« bei den TSF Heuchelheim und unterstützt tatkräftig die Sportstunden der jüngsten TSF-Mitglieder.

 

Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/art457,296110

Foto: Hospiz-Verein Gießen e. V.

Robert Cachandt Ehrenvorsitzender des Hospiz-Vereins

 

GIESSEN - (red). Erwin Kuhn ist neuer Vorsitzender des Hospiz-Vereins Gießen. Er löst damit den langjährigen Amtsinhaber Robert Cachandt ab, der gleichzeitig während der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Kuhns Stellvertreter ist Michael Sommerlad. Dem Vorstand gehören weiterhin Schatzmeister Dr. Martin Scheld, Schriftführer Andreas Kellersmann, die stellvertretende Schriftführerin Dr. Ruth Schünemann sowie die Beisitzer Dr. Barbara Breitbach und Dr. Winfried Hoerster an.

 

Der neue Ehrenvorsitzende Robert Cachandt wird mit einer großen Urkunde aus dem Vorstand verabschiedet.		Foto: Hospiz-Verein

 

Die Versammlung nahm die anstehenden Berichte des bisherigen Vorstandes wohlwollend zur Kenntnis. Alle personellen, finanziellen und organisatorischen Gegebenheiten seien geeignet, „dem neuen Vorstand Schubkraft für seine Arbeit zu geben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die gelungenen Vorhaben zum 20-jährigen Jubiläum des Vereins.

 

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/robert-cachandt-ehrenvorsitzender-des-hospiz-vereins_18014685.htm

Foto: Hospiz-Verien Gießen e. V. 

Hospizverein: Zwei Jahrzehnte »Friedensarbeit«

 
A. Heller
Andreas Heller
11. Juni 2017, 20:44 Uhr (Christian Schneebeck)

Rücksichtslosigkeit hat allgemein einen schlechten Ruf. Dabei eignet sie sich manchmal sogar als guter Vorsatz. Zum Beispiel für den Hospizverein Gießen, der am Sonntag im Hermann-Levi-Saal des Rathauses sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat. Mitgebracht hatte den etwas ungewöhnlichen Geburtstagswunsch zu diesem Anlass Andreas Heller. In seinem Festvortrag »Hospizarbeit gestern, heute, übermorgen« forderte der Wiener Professor für Palliative Care und Organisationsethik mit Blick auf die soziale Rolle der Hospizarbeit nämlich genau das: konsequente Rücksichtlosigkeit.

 

Etwa Ende der 1960er-Jahre habe die Hospizbewegung in Deutschland begonnen, für einen offeneren und humaneren Umgang mit Sterbenden zu streiten, erinnerte Heller. Zunächst sei es ein Kampf unter schwierigen Bedingungen gewesen: Durch die Brille einer »extrem fortschrittsgläubigen Medizin« hätten viele Menschen den Tod noch vor wenigen Jahrzehnten »wie einen Betriebsunfall« gesehen.

 

Heute ist Hospizarbeit dagegen allgemein anerkannt. Ohnehin sei sie aus gleich mehreren Gründen unverzichtbar, wie Heller betonte. Als »Friedensarbeit« sorge sie dafür, »dass wir als Gesellschaft Frieden mit dem Tod schließen können«. Individuell helfe sie Sterbenden, »bis zum Schluss die zu sein, die sie sein können« – Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens, weder sozial ausgegrenzt noch emotional allein gelassen. Für beide Aufgaben brauche es auch immer wieder Rücksichtslosigkeit, unter anderem gegenüber Vorurteilen und festgefahrenen gesellschaftlichen Konventionen.

 

Schließlich betonte Heller den gesamtgesellschaftlichen Wert der Hospizarbeit, als er auf die Anfänge der Bewegung zurückkam. »Die Hospizidee ist radikal empathisch und sie ist radikal politisch, weil sie von den Menschen in Not her denkt und keinen Unterschied macht entlang von Herkunft, Religion, Sexualität oder anderen Merkmalen.« An die Politik appellierte Heller, gemäß dem Leitbild einer »sorgenden Gemeinschaft« Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Idee tatsächlich wirksam werden könne.

 

Um die Entwicklung der Hospizarbeit in Gießen hat sich besonders Robert Cachandt verdient gemacht, der seit der Gründung Vorsitzender des Hospizvereins ist. Ehe er demnächst für einen Nachfolger Platz macht, ehrte ihn Dr. Carmen Berger-Zell, theologische Referentin der Diakonie Hessen, am Sonntag noch mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie. Auch alle anderen Redner der Feierstunde nutzten ihre Grußworte, um Cachandt für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit zu danken. Elke Kiltz vom hessischen Sozialministerium überbrachte dabei die Grüße der Landesregierung, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sprach für die Stadt und der Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock in Vertretung der Landrätin.

 

http://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/art71,268590

 

Geburtstagsspende von Willi Marx

Ex-Landrat Willi Marx feiert seinen 70. Geburtstag

Er war Bürgermeister in Heuchelheim, dann Landrat in Gießen. Im Ruhestand engagiert er sich nun ehrenamtlich für verschiedene Projekte: Willi Marx wird 70.
03. Juni 2017, 12:00 Uhr - Siglinde Wagner
Marx
Willi Marx feiert am heutigen Samstag in Beuern seinen 70. Geburtstag. Nach 47 Arbeitsjahren, davon jeweils zwölf Jahre als Landrat des Landkreises Gießen und zuvor als Bürgermeister in Heuchelheim, ging er im Januar 2010 in den Ruhestand

Der SPD-Kommunalpolitiker galt als Querdenker, Gestalter und Macher mit Durchsetzungsvermögen. Über diese Zeit sagt er: »Es war nie mein Ziel, es allen recht zu machen, aber ich war bestrebt, stets gerecht zu handeln.«

Ein köstlicher Schatz

Im August 1997 erlitt Marx einen schweren Hinterwandinfarkt, lag danach fünf Tage im Koma. Und das vier Wochen vor der ersten Direktwahl zum Landrat. »Damals hätte ich nicht gedacht, meinen 70. Geburtstag einmal feiern zu können.« Zudem wurde ein Diabetes mellitus diagnostiziert. Da verwundert es nicht, dass sich der Jubilar das Zitat von Marc Aurel zur Beherzigung an die Wand vor seinem Schreibtisch gepinnt hat: »Wenn Du am Morgen erwachst, denke darüber nach, was für ein köstlicher Schatz es doch ist, zu leben, zu atmen und sich zu freuen.«

Ganz bewusst hat Marx keine dritte Amtszeit als Landrat angepeilt, ganz bewusst keine Ämter mehr angenommen. Er ist politisch interessiert, macht aber keine Politik mehr. Nun ist für ihn die Zeit der Begegnungen. Familie, seine Töchter Ariéla und Nicole aus erster Ehe und Freunde kamen früher viel zu kurz. Im Amt gab es keinen Feierabend, kaum Privatleben.

Engagiert im Hospiz-Verein

Bekannte und berufliche Wegbegleiter überrascht er jetzt gerne zu deren Ehrentag mit einem Ständchen auf der Trompete. Regelmäßig geht er ins Fitness-Studio, erzählt stolz »jetzt habe ich mein Idealgewicht wieder«. Auf Trab halten ihn seine drei Frauen, gemeint sind Lebensgefährtin Anette Henkel und ihre beiden Töchter. »Die haben täglich Aufgaben für mich wie Einkaufen, Rasenmähen und Chauffeurdienste.«

Marx sagt von sich, »ich bin ein Wanderer in Hessen«. Geboren ist er in Schrecksbach-Holzburg im Schwalm-Eder-Kreis. 20 Jahre hat er in Südhessen gelebt und gearbeitet, seit 32 Jahren ist er in Mittelhessen zu Hause. Soziale und caritative Organisationen unterstützt er finanziell. Sein Engagement für den Hospiz-Verein geht darüber hinaus: Für den Aufbau des Hospiz-Hauses in Gießen hat er aktiv und erfolgreich um Sponsoren geworben.

70 Gäste

Anstelle von zugedachten Geschenken zu seinem Ehrentag bittet er um Spenden für den Hospiz-Verein. Gefeiert wird heute in der Willy-Czech-Halle mit 70 Gästen. Zufall? »Ja«, lacht Marx, »genauso wie die 7 auf meinem Shirt.« Von der Feier erholt er sich demnächst in St. Peter Ording an der Nordsee.

Artikel: http://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/art457,264869

 
 

Stöbern und Feilschen verliert nicht seinen Reiz

 

(Foto Niebergall)

SCHNÄPPCHEN Trödelmarkt an Rodheimer Straße besteht seit 20 Jahren / Benefizaktion am 10. Juni

GIESSEN - (bl). Im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt. Und dennoch tummeln sich noch immer jeden Samstag unzählige Schnäppchenjäger auf dem Trödelmarkt in der Rodheimer Straße. Dort wird dann nach kleinen Kostbarkeiten zwischen allerlei Nippes gestöbert und um Preise gefeilscht - und das seit inzwischen 20 Jahren. Ob nun Spielzeug, Bücher, Möbel, Kinderbekleidung, alte Verkehrsschilder oder sogar Waschmaschinen: Die Auswahl ist groß und trotz zunehmender Online-Konkurrenz scheint das Bedürfnis, Waren vor dem Kauf begutachten und vor allem anfassen zu können, nach wie vor sehr ausgeprägt zu sein.

"Wir sind über Hessens Grenzen hinaus bekannt", freut sich Initiator Edgar Niebergall, der den Flohmarkt im Juni 1997 mit einem Freund ins Leben gerufen hat. "Etwas für alle Menschen zu machen", galt ihnen damals als Motivation. Stolz ist der Gießener insbesondere darauf, dass "bei uns Multikulti herrscht". Über 100 Nationalitäten seien hier vertreten - unter den Standbetreibern und den Besuchern. "Und das funktioniert sehr gut. Ärger hatten wir praktisch nie."

Und weil Edgar Niebergall obendrein ein eifriger Spendensammler ist und den Flohmarkt stets auch als Plattform für karitative Zwecke genutzt hat, ist selbstredend zum Jubiläum am Samstag, 10. Juni, von 10 bis 18 Uhr erneut eine Benefizaktion zugunsten des Hospizes "Haus Samaria" geplant. Wichtig ist ihm insbesondere, "dass die Spenden vor Ort bleiben". In den Anfängen hat Niebergall auch schon die SOS-Kinderdörfer oder die "Station Peiper" am Uniklinikum bedacht. Um möglichst viel zusammen zu bekommen, wird unter anderem Kuchen verkauft: selbst gebacken und von der Bäckerei Volkmann aus Heuchelheim zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Erdbeerwein, Prosecco sowie Bowle ausgeschenkt und sind CDs sowie alte Platten gegen eine Spende erhältlich. Gestaunt werden darf ebenfalls wieder, wenn Niebergall verschiedene historische Aufnahmen aus dem alten Gießen zeigt. Das stößt jedes Mal auf große Resonanz, schließlich lassen sich hier selbst für alteingesessene "Schlammbeiser" mitunter noch ganz unbekannte oder ungewohnte Facetten der Lahnstadt entdecken. Damit sich zudem die ganze Familie wohlfühlen kann, verspricht der Veranstalter auch für die Kinder "kleine Überraschungen".

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/stoebern-und-feilschen-verliert-nicht-seinen-reiz_17948051.htm

Dankeschön!

Ehrenamtler engagieren sich beim Hospiz-Verein Gießen für sterbende Menschen

 

Als Team im Einsatz: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter sowie der Vorstand des Hospiz-Vereins. Foto: Pfeiffer

 

Als Team im Einsatz: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter sowie der Vorstand des Hospiz-Vereins. (Foto: Pfeiffer)

GIESSEN - (ebp). "Sterben ist immer noch ein Tabuthema, das oft weggeschoben wird", findet Karin Fröschen. Dabei gehöre Sterben zum Leben dazu, "weshalb es notwendig ist, auch den letzten Weg zu begleiten". Seit mittlerweile drei Jahren begleitet Fröschen Sterbende auf eben diesem letzten Weg, denn sie hat sich zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin schulen lassen. Der Hospiz-Verein Gießen bildet Freiwillige aus, die Menschen in der letzten Lebensphase beistehen und dafür regelmäßig Alten- oder Pflegeheime, Palliativstationen oder das Hospiz "Haus Samaria" besuchen. Für ihr Engagement wurden die Ehrenamtlichen nun am Wochenende bei einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindesaal der Luthergemeinde gewürdigt.

Die Ehrenamtler können selbst entscheiden, wo sie zum Einsatz kommen möchten. Denn nicht jeder kommt mit der Begleitung Demenzkranker zurecht oder kann mit todkranken Kindern umgehen. "Wir bleiben bis zum letzten Atemzug", sagt Helga Kutz, die sich bereits seit über neun Jahren ehrenamtlich in der Sterbebegleitung engagiert.

Durch ihre Arbeit habe sich auch ihre eigene Angst vor dem Sterben gewandelt, erzählt Kutz im Gespräch mit dem Anzeiger und stellt fest: "Man wird gelassener." Angst habe sie keine mehr vor dem Thema Tod, sondern lediglich vor Schmerzen. Doch die bekomme man dank der Palliativmedizin ja weitgehend in den Griff. Sterbehilfe lehnt sie kategorisch ab und will stattdessen lieber "den letzten Tagen mehr Leben hinzufügen".

Mit ihrer Begleitung helfen die Ehrenamtler aber nicht nur den Sterbenden, sondern auch deren Angehörigen, für die sie als Ansprechpartner und Entlastung fungieren. Denn häufig kämen Angehörige mit dem nahenden Tod schlechter zurecht als der Sterbende - eine zusätzlich belastende Situation. Neun Monate dauert die Schulung, die bereits 13 Mal durchgeführt wurde. Der nächste Schulungskurs beginnt am 7. Oktober. Die Freiwilligen werden dabei nicht nur in Wahrnehmung und Kommunikation geschult, sie setzen sich auch persönlich mit dem Thema Tod auseinander. Nach der Schulung erhalten die Ehrenamtler weiterhin kontinuierliche Supervision, besuchen Fortbildungen und können sich an die hauptamtlichen Mitarbeiter des Vereins wenden. Das ist wichtig, um sich auch mal etwas von der Seele reden zu können.

"Wir begleiten oft Schicksale, die sehr schwer zu verkraften sind", sagt Fröschen und erzählt von besonders jungen Patienten - austherapiert, ohne Chance auf Heilung. Doch was man bei ihnen und anderen noch machen könne, sei die letzte Lebenszeit schmerzfrei zu gestalten und den Menschen nicht alleine zu lassen. Denn "der letzte Weg ist oft der schwerste - den sollte niemand alleine gehen müssen", betont Karin Fröschen.

Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/ehrenamtler-engagieren-sich-beim-hospiz-verein-giessen-fuer-sterbende-menschen_17924800.htm

Verdienstmedaille für Pfr. i. R. Robert Cachandt

 

 

Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht Ehrungen an verdiente Hessen

 „Für das Wohl unseres Landes und der Menschen in Hessen eingesetzt“

 

Robert Cachandt wird für seinen Einsatz für ein menschenwürdiges Leben unheilbar Kranker mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der heute 75-jährige Pfarrer im Ruhestand war seit seiner Ordination im Jahr 1975 unter anderem als Klinikseelsorger im Universitätsklinikum Gießen tätig. Er war außerdem einer der Initiatoren des 1997 gegründeten Hospizvereins Gießen und ist bis heute dessen Vorsitzender. „Unermüdlich hat sich Robert Cachandt bei der Organisation von Benefizveranstaltungen und in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, um das Ziel des Vereins Wirklichkeit werden zu lassen: die Einrichtung eines stationäres Hospizes, in dem todkranke Menschen und ihre Angehörigen professionell betreut werden können. Im Frühjahr 2014 konnte auch dank seines Engagements das ,Haus Samaria‘ eröffnet werden, in dem Menschen ein bis zum Ende würdevolles Leben ermöglicht wird“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Die Bedürfnisse und Wünsche Sterbender zu verstehen und ihnen gerecht zu werden, erfordert viel Empathie und Feingefühl. Diese Fähigkeiten hat Robert Cachandt nicht nur selbst bewiesen, sondern auch an andere weitergegeben und persönlich 13 Schulungskurse für ehrenamtlich Tätige durchgeführt“, lobte der hessische Regierungschef.

 

 

Quelle: https://staatskanzlei.hessen.de/presse/pressemitteilung/ministerpraesident-volker-bouffier-ueberreicht-ehrungen-verdiente-hessen - Thema: Auszeichnungen, Ehrenamt; 19.05.2017 Pressestelle: Hessische Staatskanzlei

 

Ehrung für Pfr. i. R. Robert Cachandt

 

 

Firmenjubiläum Claus R. Menges GmbH

 

 

Der Hospiz-Verein zieht um

 

 

Hospiz-Verein zieht ans EV

 

 

Nach Ausscheiden aus Berufsleben engagiert sich Traute Kümmel in Gießener Hospiz

 

Getreu ihrer Devise

Von Ingo Berghöfer

 

GIESSEN - "Na, die Wohnung passt zu Traute", denke ich, während ich die knarzigen Altbautreppen in den dritten Stock empor ächze. Traute Kümmel empfängt mich mit dem gleichen Strahlen im Gesicht, mit dem für mich 20 Jahre lang die meisten Tage begannen, wenn ich auf dem Weg in mein Büro am Sekretariat vorbei kam. Denn Traute war bis vor vier Jahren nicht nur die Chefsekretärin des Gießener Anzeigers, sondern auch sein guter Geist und oft auch unsere Stimmungskanone. Drei Stockwerke jeden Morgen runter gehen, nur um die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen? Für die einen ein Albtraum, für Traute Kümmel der Start ins tägliche Fitnesstraining. Und wer immer behauptet hat, dass Sport Mord sei, hat gelogen. Traute Kümmel sieht auch mit 69 noch immer so aus wie mit 50. Im Flur erinnern zahlreiche Medaillen an ihre läuferischen Glanzleistungen bei Marathons und Ultramarathons. Daneben hängen zahlreiche Originalgemälde vom multitalentierten Chronisten Oberhessens Karl Brodhäcker. Die Rente, die unsere ehemalige Sekretärin seit vier Jahren genießt, bekommt ihr offenkundig blendend. "Mein Leben ist ein Traum", sagt sie und fügt nach einer kleinen Pause hinzu: "Und das habe ich auch verdient. Ich habe schließlich lange genug gearbeitet." Traute Kümmel ist ein Mensch, der sein Leben bewusst lebt und genießt, und dennoch werden wir beide gleich auf ihrem Balkon mit schönem Blick aufs Zentrum der Stadt ein Gespräch über den Tod führen.

Auch späterer Papst war sein Lehrer

 

?Zeit haben, Zeit mitbringen, Zeit schenken?: Dieses Denken hat auch den Klinikseelsorger Robert Cachandt ? hier in seinem Büro im Hospiz-Verein ? in der Sterbebegleitung geprägt.	Foto/Repro: Maywald

 

Foto/Reportage von  Franz Maywald

 

Auch späterer Papst war sein Lehrer

 

PORTRÄT Robert Cachandt hat sich nicht nur als Vorsitzender des Hospiz-Vereins Verdienste in der Region erworben

 

GIESSEN - Über 20 Jahre lang hat Robert Cachandt als Vorstandsvorsitzender des Gießener Hospizvereins eine Ära mitbegründet. Der Öffentlichkeit ist sein Name über Gießen hinaus längst zu einem festen Begriff geworden. In hunderten Presseartikeln ist er verbunden mit dem Zusatz „Pfarrer“ oder – seit 2006 – „Pfarrer i.R.“. Gelegentlich taucht auch das Wort „Klinikseelsorger“ auf. Mehr aber nicht. Grund genug für den Anzeiger, in einem Gespräch mit Robert Cachandt den Lebensweg des oft Zitierten zu ergründen, der sich insbesondere um schwerstkranke und sterbende Menschen in der Region bleibende Verdienste erworben hat.

 

Zu seinem 75. Geburtstag erhielt Cachandt kürzlich zahlreiche Glückwünsche, viel Lob und Anerkennung. Auch vom Präsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sowie vom Landtagspräsidenten Norbert Kartmann. Ehe Robert Cachandt 1975 mit Ehefrau und den beiden Söhnen Daniel und Cornelius als Pfarrvikar nach Butzbach kam, hatte der als Kriegskind Geborene schon eine Odyssee zurückgelegt. 1941 kam er in Dessau als Sohn eines Pfarrers zur Welt, an seinen Vater Herbert hat er jedoch „keine bewusste Erinnerung“. 1939 eingezogen, war dieser nur zu kurzen Fronturlauben in der Heimat, bevor er 1943 als Soldat in Russland starb. Mit seiner Mutter Johanna, ihrem Bruder und ihren beiden Schwestern überlebte der kleine Robert den Bombenhagel auf Dessau, das wegen der Junkers-Flugzeugwerke heftig angegriffen wurde. Als Folge seines frühen Versteckens im Schutzkeller hat Cachandt bis heute Angst in dunklen verschlossenen Räumen.

 

Zusammen mit seiner Mutter, seiner Großmutter und einer Tante verschlug es den Jungen bald nach Putbus auf die Insel Rügen, wo eine andere Tante eine Handweberei betrieb. Die Stadt, wo Mutter, Tante und Onkel in einer Fischfabrik arbeiteten, wurde 1945 von der russischen Armee besetzt. 1947/48 flüchteten die Familienmitglieder „über die grüne Grenze“ nach Bielefeld. „Da begann mein Westleben“, erinnert sich Cachandt, der 1948 dort eingeschult wurde. Die Familie verteilte sich im norddeutschen Raum auf Hamburg, Sylt und Glücksburg.

 

Während seiner Grundschulzeit im Hamburger Stadtteil Rahlstedt wurde Cachandt nach eigenen Worten „kirchlich sozialisiert“. Als Stichworte nennt er Kirchenchor, Kindergottesdienst und Posaunenchor. „Wir haben uns alle gegenseitig immer sehr unterstützt. Schon damals war die Familie für mich der wichtigste Bezugspunkt.“

 

Nach seinem am Realgymnasium St. Georg abgelegten Abitur fiel Robert Cachandt wegen seines musikalischen Talents auf. „Aber ich habe lieber Fußball gespielt.“ Bis heute finden noch Abiturtreffen im Raum Hamburg statt.

 

Nach dem Abitur wollte er dann „entweder Journalist oder Hoteldirektor“ werden. Von einem Onkel zum Studium der Theologie und Philosophie überredet, hörte er stattdessen an der Hamburger Uni Vorlesungen des berühmten Theologen und Predigers Prof. Helmut Thielicke sowie des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker. Mit einem Freund setzte er sein Studium in Tübingen fort, wo er das in Hamburg gelernte Hebräisch durch das Graecum ergänzte. Zu seinen Lehrern zählten der ökumenische Theologe Hans Küng und der junge Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt. „Das war eine schöne Zeit“, sagt Cachandt und erinnert sich schmunzelnd an einen kleinen Motorroller, ein kleines Zimmer mit separatem Eingang und an den damaligen Kohleofen.

 

„Menschenwürdig“

 

In einer bewegten Zeit mit Debatten über das Neue Testament und über Sozialethik zog es Cachandt an das damalige Zentrum dieser Bewegung, an die Universität Marburg. Seit 1968 mit einer damals angehenden Lehrerin verheiratet und seit 1973 zum ersten Mal Vater, gab er seine Promotionspläne über das Thema „Kirchentag“ auf und trat zusammen mit zwei Kollegen in ein Hessisch Nassauisches Vikariat ein. Als eine Art „Lehrling“ war er zuerst in Watzenborn-Steinberg tätig. Danach in der Butzbacher Markuskirche, wo er 1978 die Ordination zum Pfarrer erhielt. „Damals hatten wir über 6000 Gemeindemitglieder.“

 

1991 bewarb er sich auf eine nach dem Ausscheiden von Pfarrer Prof. Werner Stroh frei gewordene Dekanatsstelle in der Gießener Uniklinik. Von da an war er bis 2006 in der Klinikseelsorge tätig. Die Idee zu einem Hospiz in Gießen entstand schon Mitte der 1990er Jahre. Damals gab es viele Debatten, „wie man mit Schwerkranken und Sterbenden im Krankenhaus umgeht“. Diesem Prozess „eine menschenwürdige Gestalt zu geben“, stand im Mittelpunkt aller Überlegungen, die von führenden Klinikärzten unterstützt wurden.

 

Die Geschichte und Entwicklung des 1997 gegründeten Hospiz-Vereins mit dem 2014 eröffneten „Haus Samaria“ ist oft beschrieben worden. Als Klinikseelsorger hat Cachandt die Erfahrung gemacht, dass es bei der Sterbebegleitung vor allem darum geht: „Zeit haben, Zeit mitbringen, Zeit schenken“.

 

Ministerpräsident Volker Bouffier hat die Schirmherrschaft über die 20-Jahr-Feier des Hospiz-Vereins am 11. Juni 2017 übernommen. Bei der darauf folgenden Mitgliederversammlung samt Neuwahl will Robert Cachandt nach 20-jährigem Vorsitz ausscheiden. Für die Zeit danach sind viele Reisen zusammen mit Ehefrau Ilse zu den weit verstreuten Familienmitgliedern geplant. Cachandts Söhne leben in Hamburg und Salzburg. Zudem will der „Pfarrer i.R.“ einen dicken Stapel Feldpost seines Vaters studieren und dessen Grab bei Minsk in Weißrussland besuchen. „Auch auf unserem ‚Acker‘ in Oppershofen gibt es viel zu tun.“

 

Übrigens: In naher Zukunft will der Hospiz-Verein auch die Sterbesituation in den Altenheimen verbessern. Mit den Einrichtungen in Langgöns und Buseck sind erste Kooperationsverträge geschlossen worden.